Wozu dient diese Homepage ? :

Es war so Ende des letzten Sommers (2005), als einige gewählte Vertreter und BewohnerInnen unseres Wohnkomplexes eine Anwohnerversammlung zum Thema "Erhöhung des Nutzungsentgelts (Miete)" einberiefen. Wie zuvor auch, wurden die Einladungen an den Hauseingängen oder in den Treppenhäusern ausgehängt. Wie sonst sollte man alle Bewohner aus fast 600 Wohnungen erreichen ?

Kurz nachdem die Einladungen ausgehängt waren, wurden sie auf Veranlassung der vhw-Verwaltung durch den Hausmeister wieder entfernt. Das war nicht das erste und auch nicht das letzte Mal, daß das passierte. Auf Nachfragen bei der Verwaltung wurde uns erwidert, daß das Aushängen von Flugblättern und anderen Veröffentlichungen quasi in der Öffentlichkeit (weil am Hauseingang), die sich mit den internen Auseinandersetzungen in der Genossenschaft befassten, nicht erwünscht sei.

Wir fragten uns natürlich, wie die Mitglieder und Bewohner, wenn sie ein Problem mit der Genossenschaftsleitung haben, diese denn diskutieren und austauschen sollen? Welche Möglichkeiten haben wir denn, uns kennenzulernen, uns gegenseitig zu informieren und wenn es nötig ist, uns zu unterstützen und unsere Erfahrungen mitzuteilen?
Uns kam der Verdacht, daß genau das auch nicht erwünscht ist.

Auf der Versammlung wurde der Vorschlag gemacht, eine eigene Homepage zu erstellen und diese als Nachrichten- und Kommuni-
kationsmedium zu verwenden. Es war natürlich klar, daß längst nicht alle Bewohner einen Internetanschluß oder einen Computer besitzen. Diese Erkenntnis führte dazu, daß wir uns bemühen möglichst viele Email-Benutzer zu finden (in jedem Hauseingang mindestens einen), die bereit sind unsere Einladungen und Neuigkeiten auszudrucken und in die Wohnungsbriefkästen zu werfen.

Dies klappt bisher schon recht gut aber noch nicht vollständig, da wir noch nicht in allen Hauseingängen Email-Verteiler gefunden haben. Daher also die Bitte:

Wenn Sie bereit sind, die Initiative als Email-VerteilerIn zu unterstützen, dann teilen Sie uns das über die KONTAKTSEITE mit.

Wie geht es weiter? :

In der Presse wurde ausführlich über unsere Probleme berichtet. Die Folge ist, was die Bausubstanz angeht, daß endlich was passiert Es geschieht aber wiedermal über unsere Köpfe hinweg. Es wird entschieden und nachher erst werden wir, meist kurzfristig, informiert.
Es müsste genau umgekehrt sein.

Der Forderung nach Erstellung einer qualifizierten Wirtschaftlichkeits-
berechnung (Kostenrechnung) in Zusammenhang mit der Erhöhung des Nutzungsentgelts wurde bislang nicht nachgekommen.
Wir wollen wissen was mit dem Geld geschehen ist, daß wir all die Jahre eingezahlt haben. Und wir wollen als Mitglieder ein Wörtchen mitreden, was mit UNSEREM Geld geschieht.

Es könnte noch eine ganze Reihe von Unzufriedenheiten aufgezählt werden. Es soll aber an dieser Stelle gesagt werden, was wir in der Initiative diskutieren:
Es geht nicht mehr nur darum, uns über Unzulänglichkeiten zu beschweren, eher mehr und mehr darum, uns nicht nur als Mieter zu betrachten, sondern als Mitglieder einer Genossenschaft. Dieser Status gibt uns durch das Genossenschaftsgesetz Möglichkeiten, auf die programmatischen Ziele der Genossenschaft und ihre Politik Einfluß zu nehmen. Es gibt z.B. in Berlin die "Berliner Mietergemeinschaft e.V., die einen interessanten Beitrag zum Thema

Stärkere Einflussnahme durch Mitglieder und ihre Vertreter in Genossenschaften

veröffentlicht hat.

Die Forderungen, die aus dem Artikel resultieren möchten wir hier zur Diskussion stellen:

ZITAT aus
Mieterecho - Zeitung der Berliner Mietergemeinschaft e.V.
Nr. 301   Dezember 2003
"Ohne eigene Courage geht nichts" von Dr. Sigurd Schulze

Beiginn des ZITATS:

Vorschläge für eine Stärkung der Rechte der Vertreter:

  • In den Vertreterwahlen sind 5 oder 10% mehr Vertreter zu wählen, als die gesetzliche Mindestanzahl vorschreibt. Damit wird vermieden, dass beim Ausscheiden von Vertretern, für die Ersatzvertreter nicht mehr nachrücken dürfen, die Vertreterversammlung beschlussunfähig wird.
  • Die Vertreter können Mitgliederversammlungen nutzen, um den Willen der Genossen zur Entwicklung der Genossenschaft für ihr Verhalten in der Vertreterversammlung zu ermitteln. Die Genossenschaft trägt die Kosten.
  • Vertreterversammlungen sind obligatorisch zur Bestätigung des Jahresabschlusses einzuberufen. Sie sollten aber darüber hinaus zur Beratung von Perspektivplänen, Modernisierungskonzepten, Einbeziehung in Stadtumbaukonzepte, Mietgestaltung usw. einberufen werden, in der Regel zwei- bis dreimal jährlich.
  • Vertreterversammlungen sind öffentlich, zumindest für Mitglieder der Genossenschaft.
  • Die Vertreter sollen durch Informationsveranstaltungen für ihr Amt qualifiziert werden.
  • Die Schwelle für die Beschlussfähigkeit der Vertreterversammlung ist zu senken. Die Aufsichtsräte können verpflichtet werden, die Vertreterversammlungen zu planen.
  • Die Vertreterversammlung gibt sich eine Geschäftsordnung.
  • Protokoll- und Beschlusskontrolle sind in die Tagesordnung aufzunehmen.
  • Den Vertretern sind die Protokolle der Vertreterversammlungen sowie die Prüfberichte auszuhändigen.
  • Auf Forderung von mindestens 10% der Vertreter müssen bestimmte Fragen in die Tagesordnung der Vertreterversammlung aufgenommen werden. Die endgültige Entscheidung über die Tagesordnung wird durch Abstimmung in der Vertreterversammlung getroffen.
  • Die Vertreterversammlung kann vom Vorstand Berichte zu bestimmten Fragen und unabhängige Gutachten fordern.
  • Die Vertreterversammlung ist berechtigt, Untersuchungsausschüsse zu wählen.
  • Die Genossenschaft ist verpflichtet, für die Vertreter eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen.
Vorschläge zur Erweiterung der Rechte der Mitglieder:
  • Die Schwelle für die Forderung einer außerordentlichen Vertreterversammlung bzw. für die Aufnahme bestimmter Fragen in die Tagesordnung ist auf 5% zu senken.
  • Wenn das zuständige Gericht die Minderheit zur Einberufung der Vertreterversammlung ermächtigt, ist die Beschwerde von Vorstand und Aufsichtsrat dagegen unzulässig.
  • Der Vorstand sollte eine Mitgliederzeitschrift herausgeben und Meinungsäußerungen sowie Eingaben und Beschwerden der Genossen veröffentlichen. Der Vorstand ist verpflichtet, die Vertreterversammlung über Beschwerden zu informieren, denen nicht stattgegeben wurde.
  • Jedes Mitglied ist berechtigt, Eingaben an die Vertreterversammlung zu richten. Sie sind mit einer Stellungnahme des Vorstands vorzulegen.

ENDE ZITAT

Diskutieren Sie mit uns im Forum über diese Forderungen: ZUM FORUM

(Rudolf Mohr)

Initiative für Genossenschaftliches Wohnen - Schlump • kontakt@gewoini-schlump.de